Kunstrasen erneut auf der langen Bank

Weitere Entscheidungen zum Thema Kunstrasenplatz in Sauerlach wurden in der Gemeinderatssitzung am 17. Oktober von der Tagesordnung genommen. Damit ist endgültig klar, dass im Winter 2017/2018 keine anderen Trainingsmöglichkeiten als in den Vorjahren zur Verfügung stehen.

Wie konnte es soweit kommen, dass im Januar 2017 das Geld für den Kunstrasenplatz in den Haushalt eingestellt wurde und dann ein Jahr lang nichts passiert ist? Gründe gibt es viele, dahinter steht aber eine Ursache: Der unprofessionelle Umgang der Bürgermeisterin mit dem ganzen Thema. Bereits im April 2017 wurde vom beauftragten Planungsbüro eine vorläufige Kostenschätzung erstellt, aus der hervorgeht, dass der in den Haushalt eingestellte Betrag von 750.000 Euro um mindestens voraussichtlich 160.000 Euro überschritten wird. Die Information lag der Bürgermeisterin vor, wurde dem Gemeinderat aber erst in der Sitzung im September zugänglich gemacht.

Versäumnis 1: Wäre die Berechnung vom April bekannt gewesen, hätte der Gemeinderat schon vor den Sommerferien darauf gedrungen, nach Einsparmöglichkeiten und einer günstigeren Realisierungsvariante zu suchen.

So aber wurden einige Monate verloren. Denn der Planer arbeitete fünf Monate lang weiter und legte im September dann zwei Varianten einer Luxusausführung vor. Nach Durchführung aller Vermessungsarbeiten, Bodenproben im Gelände usw. kam das Planungsbüro nämlich auf eine Kostenberechnung von 1,42 bzw. 1,46 Millionen Euro für zwei Ausführungsvarianten, inkl. Flutlicht, Sitzbänke usw., was alles gar nicht gewünscht war.

Versäumnis 2: Angesichts der Art und Weise, wie das Planungsbüro seine Ergebnisse im September vorgestellt hat, muss man davon ausgehen, dass eine Kommunikation zwischen Planungsbüro und Gemeindeverwaltung zwischen April und September äußerst spärlich oder gar nicht stattgefunden hat. Man könnte auch sagen, die Bürgermeisterin hat sich nicht darum gekümmert, was das Planungsbüro so vor sich hinwerkelt. Anders ist es nicht vorstellbar, dass am Ende ein Entwurf präsentiert wird, der eine Kostensteigerung von 100% bedeutet, mehr Fragen als Antworten zurücklässt und vieles enthält, was offensichtlich zu hinterfragen ist.

Angesichts der deutlich höheren Kosten hat der Gemeinderat im September natürlich angefangen, viele Positionen der Kostenschätzung zu prüfen. Die danach gestarteten Initiativen, um die Kosten zu senken (andere Platzart ohne Granulat, Generalvergabe statt Ausschreibung von Einzelgewerken, Ausloten von Einsparmöglichkeiten bei Bewässerung, Flutlicht usw.) geschahen auf Eigeninitiative einzelner Gemeinderäte. An dieser Stelle spreche ich meinen Gemeinderatskollegen Robert Lechner, Claus Koch, Rupert Feistbauer und Paul Fröhlich großen Dank aus, die hier mit großem eigenen Zeitaufwand und guten Vorschlägen versuchen, den Kunstrasenplatz zu retten.

Versäumnis 3: Aufgabe der Bürgermeisterin wäre es, im Vorfeld bestmöglich alle Optionen auszuloten und dem Gemeinderat dann (fast) entscheidungsreife Varianten zu präsentieren. Tatsächlich war die Bürgermeisterin im beschriebenen Prozess Zuschauer. Man lies den Planer planen und hat nichts mit diesem abgestimmt. Erst einzelne Gemeinderäte haben, als das ganze Ausmaß der Untätigkeit bekannt wurde, mit großem Aufwand an Möglichkeiten gearbeitet und mit zahlreichen Firmen gesprochen, um Einsparmöglichkeiten auszuloten und den Kunstrasenplatz zu retten. Dies geht weit über die eigentliche Aufgabe des Gemeinderates hinaus.

Wie geht es nun weiter? Da im Jahr 2017 nichts mehr gebaut wird, muss in den Haushalt für 2018 wieder neu Geld für den Kunstrasenplatz eingestellt werden. Gleichzeitig ist zu hoffen, dass alle aus den Reihen der Gemeinderäte gebrachten Vorschläge wirklich aufgegriffen werden und dann dazu führen, eine günstigere Realisierung zu schaffen.

Markus Hoffmann

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